München / Wiesbaden (biografien-news) - Kalpana Chawla galt als die erste Inderin im Weltall und starb beim Columbia-Absturz. Die Amerikanerin Eileen Collins war die erste Raumfähren-Pilotin und ihre Landsmännin Carol Mae Jemison die erste afro-amerikanische Astronautin. Shannon Lucid unternahm den längsten Raumflug einer Frau. Die Lehrerin Christa McAuliffe wurde nach der Challenger-Katastrophe zur amerikanischen Nationalheldin. Sally Kristen Ride ging als erste Amerikanerin im Weltall in die Raumfahrtgeschichte ein. Die Russin Swetlana Jewgenjewna Sawizkaja war die erste Spaziergängerin im All. Kathryn Dwyer Sullivan sorgte als Rekordspaziergängerin im Weltall für Aufsehen. Der Russin Walentina Tereschkowa gebührt die große Ehre, die erste Frau im Kosmos gewesen zu sein. Kathryn Thornton genießt den Ruf einer berühmten Spaziergängerin im Weltall. Diesen und anderen Raumfahrerinnen ist das Taschenbuch „Frauen im Weltall“ des Wiesbadener Autors Ernst Probst gewidmet. Es stellt in alphabetischer Reihenfolge berühmte Astronautinnen und Kosmonautinnen in Wort und Bild vor. Das Taschenbuch berichtet nicht nur von strahlenden Erfolgen, sondern auch von schmerzlichen Ereignissen.
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Leseprobe aus der CD-ROM "Superfrauen: 14 Bücher auf einer CD-ROM":
In der Geschichte der Zoologie nimmt die englische Wissenschaftlerin Jane Goodall einen Ehrenplatz ein: Sie ist nicht nur Großbritanniens bedeutendste Primatologin, sondern die berühmteste Schimpansen-Forscherin der Welt. Jahrelang beobachtete sie in Tansania (Ostafrika) in freier Natur das Leben wilder Schimpansen der Art „Pan troglodytes“. Dabei gewann sie völlig neue Erkenntnisse über diese Menschenaffen. Das Erstaunliche an ihrer Karriere: Zuvor hatte sie keinerlei wissenschaftliche Ausbildung genossen.
Jane Goodall kam am 3. April 1934 als älteste von zwei Töchtern des Ingenieurs Mortimer Goodall und seiner Frau, der Schriftstellerin Vanne Goodall, in London zur Welt. Der Vater schenkt ihr zum zweiten Geburtstag einen lebensecht aussehenden Spielzeug-Schimpansen namens „Jubilee“. Freunde der Familie warnten vergeblich davor, ein solches Spielzeug könne Alpträume verursachen. 1939 zog die Fünfjährige mit ihrer Familie an die südenglische Küste nach Bournemouth.
Nach dem erfolgreichen Besuch einer höheren Schule arbeitete Jane Goodall zunächst als Sekretärin an der Universität von Oxford und danach in London als Redaktionsassistentin in einem Studio für Dokumentarfilme. Als sie von einer ehemaligen Klassenkameradin auf die Farm von deren Eltern in Kenia eingeladen wurde, kündigte sie ihre Stelle, kehrte nach Bournemouth zurück und verdiente sich dort als Kellnerin das Reisegeld.
1957 fuhr Jane Goodall per Schiff nach Mombasa an der ostafrikanischen Küste. Dem Besuch der Freunde in Kenia folgte ein Vorstellungsgespräch in Nairobi bei dem berühmten Paläontologen Louis S. B. Leakey (1903–1972), der sie trotz ihrer mangelnden wissenschaftlichen Qualifikation als Assistentin engagierte. Zusammen mit Leakey und seiner Frau Mary (1913–1996) arbeitete Jane in der Olduvai-Schlucht (Tansania), wo sie nach Belegen für Leakeys Theorie suchten, dass die Wiege der Menschheit in Afrika stand.
Für Leakey war auch die Erforschung des Verhaltens der Menschenaffen von besonderem Interesse, da er sich hiervon Aufschluss über das Leben der ersten Urmenschen erhoffte. Leakeys Angebot, das Verhalten einer Schimpansenkolonie an den Ufern des Tanganjika-Sees im Norden Tansanias in einer Langzeitstudie zu erforschen, wurde von Jane begeistert aufgenommen. Sie studierte noch einige Monate in London Fachliteratur, bevor sie im Juli 1960 in Begleitung ihrer Mutter im heutigen „Gombe National Park“ eintraf.
Jane Goodall beobachtete die Schimpansen nicht unerkannt aus dem Versteck, sondern von den Tieren sichtbar. Schon nach kurzer Zeit konnte sie der Fachwelt erstaunliche neue Erkenntnisse melden, welche die Experten teilweise verblüfften.
1960 berichtete Jane Goodall aus dem „Gombe National Park“, jeder der von ihr beobachteten Schimpansen habe seine eigene Persönlichkeit. Dies wurde damals von Wissenschaftlern nicht akzeptiert, weil man nur Menschen einen Charakter zuschrieb. Man kritisierte auch, dass sie den Schimpansen Namen und keine Nummern gab.
Frau Goodall stellte an den Schimpansen ausgeprägte soziale Verhaltensweisen fest. Unter anderem machte sie die aufregende Entdeckung, dass diese Menschenaffen sogar Werkzeuge benutzten: Die Tiere nahmen belaubte Zweige, streiften deren Blätter ab, führten sie in Löcher von Termitenhügeln, zogen die Zweige wieder heraus, nahmen sie quer in den Mund und fraßen die daran sitzenden Termiten. Außer Zweigen bearbeiteten die Schimpansen auch Grashalme, bis sie in Löcher von Termitenhügeln passten. Allmählich verloren die Schimpansen ihre Furcht vor der jungen Frau, wurden neugierig, unterließen Drohgebärden und nahmen sie in ihre Gruppe auf.
1965 promovierte Jane Goodall an der Cambridge University zum „Doktor der Philosophie“. Ab 1967 fungierte sie als Direktorin des „Gombe Stream Research Center“.
Anfang der 1970-er Jahre erkannte Jane Goodall, dass die Menschenaffen unter bestimmten Umständen genau so brutal sein konnten wie Menschen. Als sich die Schimpansengruppe aufspaltete, kam es zum Krieg sowie zu Kindsmord und Kannibalismus. Nach den Erfahrungen von Jane Goodall können Schimpansen glücklich, traurig, ängstlich, liebevoll und zornig sein und sogar hassen.
Wenn sie sich in den Wäldern des „Gombe National Parks“ aufhielt, hatte Jane Goodall immer das seltsame Gefühl, sich außerhalb der Zeit zu bewegen. Eigentlich wollte sie nie eine Wissenschaftlerin werden, vertraute sie dem österreichischen Sänger Hubert von Goisern an, der sie in Afrika besuchte. Ihr Kindheitstraum war immer, nach Afrika zu gehen, mit Tieren zu leben und über sie Bücher zu schreiben.
Zur wissenschaftlichen Arbeit musste sich Jane Goodall anfangs zwingen. Sie sei aber froh, sich dafür entschieden zu haben, sagte sie. Denn sie habe dadurch viel Selbstdisziplin, sich auszudrücken und logisch zu denken gelernt. Ihre wichtigste Erkenntnis sei, dass es keine Trennung zwischen Tier und Mensch gebe, auch Tiere seien eine Persönlichkeit.
Jane Goodall war in erster Ehe von 1964 bis 1974 mit dem niederländischen Fotografen Hugo van Lawick verheiratet. Aus dieser Ehe stammt der 1967 geborene Sohn Hugo (Grub). Ihr Lehrer und Mentor Louis S. B. Leakey erlag 1972 in London im Bett ihrer Mutter einem Herzinfarkt. 1975 schloss Jane ihre zweite Ehe mit dem Politiker und Umweltschützer Derek Bryceson, der 1980 an Krebs starb.
Aus der Feder von Jane Goodall stammen die Bücher „My Friends the Wild Chimpanzees“ (1967), „In the Shadow of Man“ (deutsch: „Wilde Schimpansen, Verhaltensforschung am Gombe Strom“, 1971), „Through a Window“ (deutsch: „Ein Herz für Schimpansen“,1990) und „With Love“ (1994, deutsch: Mit Liebe“, 1998).
1977 gründete die Primatenforscherin das „Jane Goodall Institut“ (JGI). Diese gemeinnützige Einrichtung verpflichtete sich folgenden Aufgaben: Verhaltensforschung über wildlebende Schimpansen, Sorge um das Wohlergehen aller Mitgeschöpfe sowie Bildung und Erziehung im Natur- und Umweltbereich.
Das JGI vermittelt Forschungsergebnisse und Wissen an junge Menschen in aller Welt. Hierzu wurde die Organisation „Roots & Shoots“ („Wurzeln & Sprößlinge“) gegründet. Ihr Ziel sind Respekt und Achtung gegenüber allen Lebewesen sowie Änderung unseres Verhaltens zum Schutze unseres „lebenden Planeten“.
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München / Wiesbaden (biografien-news) – Das kleine, aber feine Taschenbuch „Machbuba. Die Sklavin und der Fürst“ des Wiesbadener Autors Ernst Probst ist bei "Amazon" unter der Internetadresse http://www.amazon.de/Mosbacher-L%C3%B6we-riesige-Raubkatze-Wiesbaden/dp/364062372X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1275069468&sr=1-1-spell erhältlich. Dieser Titel erschien bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ (München).
Das Schicksal der aus Äthiopien stammenden Sklavin Machbuba aus dem 19. Jahrhundert rührt auch heute noch viele Frauen und Männner. Sie wurde 1837 als Kind im Alter von elf bis 13 Jahren auf dem Sklavenmarkt in Kairo von dem deutschen Fürsten Hermann von Pückler (1785-1871) für 100 Taler gekauft. Danach begleitete das Mädchen den Adligen auf seinen Reisen in Afrika, Europa und Asien als fürsorgliche Begleiterin, Krankenpflegerin und vermutlich auch Geliebte.
Machbuba starb 1840 blutjung fern ihrer afrikanischen Heimat auf Schloss Muskau in der Oberlausitz (Sachsen). Zum Zeitpunkt ihres Todes hielten sich dort weder der Fürst noch dessen geschiedene Ehefrau Lucie auf. Noch heute werden auf ihrem Grab auf dem Friedhof in Bad Muskau immer wieder Blumen niedergelegt.
Im Leben von Fürst Pückler, der als mutiger Soldat, begnadeter Parkgestalter, erfolgreicher Schriftsteller und charmanter Dandy galt, spielte die dunkelhäutige Sklavin Machbuba nur etwa drei Jahre lang eine teilweise ungeklärte Rolle. Die ungewöhnliche Beziehung des flotten Fünfzigers zu dem ernsthaften Kind aus Afrika gab nicht nur seinen Zeitgenossen manches Rätsel auf.
An Machbuba erinnern noch heute Statuen, Totenmasken und ein Gemälde in den Schlössern von Bad Muskau in Sachsen und Branitz bei Cottbus in Brandenburg.
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Leseprobe aus dem Taschenbuch „Machbuba. Die Sklavin und der Fürst“ des Wiesbadener Autors Ernst Probst:
Kurz vor der Abreise fiel dem 52-Jährigen im Februar 1837 auf dem Sklavenmarkt in Kairo das dort zum Kauf angebotene blutjunge Mädchen Machbuba wohltuend auf. In der Literatur ist mitunter auch vom Sklavenmarkt im damals ägyptischen Khartum die Rede. Über die Herkunft und das Alter von Machbuba gibt es keine sicheren Erkenntnisse. Im Online-Lexikon „Wikipedia“ heißt es, sie stamme wohl vom Volk der Oromo und sei vermutlich um 1823 in Äthiopien geboren worden. In der Literatur wird sie vereinzelt auch als Sudanesin bezeichnet. Ob sie tatsächlich eine äthiopische Prinzessin war, wie Machbuba sich selbst vorstellte, weiß man nicht genau. Prinzessinnen werden normalerweise nicht auf dem Sklavenmarkt angeboten. Angeblich stammte sie aus einer Fürstenfamilie, die bei einem kriegerischen Überfall auseinandergerissen wurde. Nach einer anderen Version war sie die Tochter eines königlichen abessinischen Beamten Ihr Alter beim Kauf auf dem Sklavenmarkt soll zwischen 13 und 15 Jahren gelegen haben. Teilweise ist sogar von nur zehn Jahren die Rede.
Bei der ersten Begegnung trug Machbuba lediglich einen weißen Mousselinschleier und darunter einen mit Muscheln verzierten Gürtel aus winzigen Lederriemen. Von diesem Anblick war der Fürst, dem irrtümlicherweise mehr Liebschaften als dem italienischen Verführer Giacomo Casanova (1725–1798) nachgesagt wurden, völlig hingerissen. Er zahlte dem Sklavenhändler, ohne mit ihm zu feilschen, den geforderten Preis von umgerechnet 100 Talern. Damit wollte er Machbuba – nach eigenen Angaben – vor der Härte und Geringschätzigkeit potentiell türkischer Besitzer bewahren.
Die Tatsache, dass der deutsche Fürst eine Sklavin kaufte, bedeutete nicht, dass er die Sklaverei billigte. Er hielt die Sklaverei für eine Gepflogenheit des Orients, behandelte Machbuba – wie er sagte – als gewissenhafter und freier Preusse aber nicht als Sklavin. „Mit dem Eintritt in mein Haus war sie eine Freie“, betonte er. In Briefen bezeichnete er sie aber sehr wohl auch als seine Sklavin.
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